Der Holunder und Harry Potter

Es gibt kaum einen Busch, um den sich mehr mystische Geschichten drehen und der den Aberglauben besser verkörpert, als der Holunder.

„Es ist was im Busche!“

In alten Sagen ist zu lesen, dass der Holunderbusch schon immer ein guter Wohnort für Hausgeister, Erdgöttin und Hexen war.

Im Holunderbusch oder Holler-Strauch wohnt Frau Holle! Die weißen Flocken die sie beim Bettenmachen ausschüttelt sind im Winter der Schnee, im Frühling die kleinen Blütensternchen. Frau Holle war früher die Schutzpatronin für Haus und Hof. Der Hollerstauch ein echtes Heiligtum. Man baute Straßen um ihn herum, um ihn nicht zu fällen und jeder gute Bauernhof hatte seinen eigenen „Hollerstrauch“ am Haus.

Auch das Märchen vom Sterntaler spielt unter einem Holunderbusch, denn die Sterne die auf das Kind im dünnen Hemdchen niederfielen waren die Blüten des Holunderbusches, die dann zu Silberlingen wurden. Frau Holle hat ein Herz für Kinder.

Vor allem während der Mittsommernacht (Sonnenwende) entfaltet der Holunder seine Gabe. Wer unter ihm Platz nimmt, der kann sich leichter mit den Anderswelten verbinden. Man sagt, hier befinde sich das Tor zur Unterwelt, aber unter dem Holunder fällt auch der Schleier zwischen den Welten und man könne Feen und Elfen sehen. Wer aber nicht so offen ist, den können Kopf- und Gliederschmerzen übermannen – so heißt es in alten Überlieferungen bei Wolf-Dieter Storl. Besonders zur Mittsommernacht bietet es sich an, den Holunder aufzusuchen, in sich zu kehren und die wichtigsten Fragen zu überdenken. Der Holunder hilft sich in andere Welten zu versetzen, nichtumsonst hat auch Harry-Potters-Zauberstab Holunderholz in sich.

Als „heilige Pflanze“ schützte er Haus und Hof, lies die Kinder gedeihen und sorgte dafür, dass die Kühe genug Milch gaben und sogar den rechten Bräutigam brachte er zu Wege, wenn man zur Sommer-Sonnenwende nur an seinen Ästen schüttelte.

Dieser Mythos wird dem schwarzen Holunder nicht zu Unrecht gewehrt, denn seine Heilwirkung ist mittlerweile auch medizinisch erwiesen (z. B. bei grippale Infekte, Husten, Halsschmerzen und Stärkung des Immunsystems)

Die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe sind sowohl in den Blüten als auch in den Beeren des Holunders zu finden. In den Blüten sind ätherische Öle und wertvolle Flavonoide enthalten und die Beeren enthalten zusätzlich noch Folsäure, Antioxidantien und viel Vitamin C und B.

Aber Achtung!! Der Verzehr von unreifen und rohen Holunderbeeren oder -blüten kann zu Durchfall und Erbrechen führen, da das giftige Glykosid Sambunigrin darin enthalten ist. Aus diesem Grund müssen alle Bestandteile des Holunders vor der Konsumierung abgekocht werden!

Unser Naturwissen-Tipp für die Landwirtschaft: Holunderstücke, die man in die Erde steckt, sollen gegen Maulwürfe helfen.

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Quellen:
http://unkrautgourmet.blogspot.co.at/2014/05/holunder-der-meistbewohnte-busch.html
http://schamanen-garten.de/holunder-mystischer-baum-mit-heilkraft/
http://www.nordstern-net.de/component/content/article/69-archiv-mai–jun-08/609-der-holunder–tor-in-die-anderswelt

 

 

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